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07. Mai 2008 Bayh & Fingerle

Schufa-Auskünfte

Zukünftig kostenlose Auskunft über die eigenen Daten?

Dass Bundesbürger künftig einmal jährlich eine Schufa-Auskunft oder eine Auskunft einer anderen Auskunftei erhalten, sieht eine geplante Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes vor. Außerdem will das Bundesinnenministerium das Punkte-Verfahren der Schufa, auch Scoring genannt, transparenter machen. Die Schufa hält nach eigenen Angaben Daten über 65 Millionen Menschen bereit, im Jahr 2007 verlangten 1,2 Millionen Personen Auskunft über ihre Schufa-Daten.Scoring ist ein mathematisches Verfahren, mit dem Auskunfteien statistisch errechnen, wie wahrscheinlich es ist, dass eine bestimmte Person einen Kredit zurückzahlt. Wenn der Wert nur noch elektronisch errechnet wird, sollen Betroffene das Recht bekommen, mit einem Ansprechpartner über ihren konkreten Fall sprechen zu können.Außerdem sieht der Entwurf für eine Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes vor, dass die Bürger einmal im Jahr kostenlos ihre bei Auskunfteien gespeicherten Daten einsehen können. Dieser Punkt sei allerdings unter den Ministerien umstritten, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums. Derzeit kostet eine Schufa-Auskunft 7.80 Euro.Der Bundesverband der Verbraucherzentralen kommentierte die Vorschläge grundsätzlich als „richtigen Schritt“. Der Bundesverband fordert, dass die Verbraucher nicht nur bei den Auskunfteien Informationen erhalten, sondern beispielsweise direkt bei der Bank, wenn diese über einen Kredit entscheidet. Außerdem müsse festgelegt werden, wo überhaupt das Scoring angewendet werden darf. Verbraucher- und Datenschützer kritisieren das Scoring bislang als intransparent, fehlerhaft und diskriminierend.

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