30. Januar 2008
Vergabe von Doktortiteln
Ein Professor der Universität Hannover, der seit September 2007 in Untersuchungshaft sitzt, soll jahrelang an einem regen Handel mit Doktortiteln beteiligt gewesen sein. Wegen Bestechlichkeit in 78 Fällen muss sich der 53-Jährige nun vor dem zuständigen Landgericht verantworten. Laut Anklage soll er insgesamt mehr als 184.000 Euro von mehreren Juristen bekommen haben, denen er zu Promotionen verhalf, obwohl sie die dafür nötigen Voraussetzungen nicht erfüllten. Mitangeklagt ist nach Angaben des Gerichtes der Chef einer Beratungsgesellschaft, die ihm die Kandidaten aus dem gesamten Bundesgebiet vermittelte. Die betreffenden Juristen hatten laut Anklage fast alle die grundsätzlich erforderliche Examensnote nicht in ihren Zeugnissen stehen. Zwar habe der Hochschullehrer einen Ermessensspielraum gehabt, jedoch habe er sich bei seinen Entscheidungen vor allem von „finanziellen Zuwendungen“ leiten lassen, so die Anklage.